



Dossier: Ronald Akkermann
Mit: Marion Weidenfeld | Sven Wisser
In Zusammenarbeit
mit der AIDS-Hilfe Ulm
Eine szenische Lesung zum Thema AIDS von Susanne Lohuzien
Dauer:
60 Minuten
Zwei Personen: Eine Krankenschwester und ein Patient. Ein immer noch aktuelles
Thema: Ehrlich, packend und berührend thematisiert. Ein starkes Kammerspiel ohne
erhobenen Zeigefinger.
Die Krankenschwester Judith kommt von der Beerdigung ihres
AIDS-Patienten Ronald Akkermann zurück, der sich das Leben genommen hat. Er taucht
in ihrer Erinnerung auf und sie beginnen einen Dialog, den sie zu Lebzeiten Ronalds
nie geführt hätten. Es beginnt ein Spiel mit Erinnerungen, gekränkten Eitelkeiten,
persönlichen Verletzungen und enttäuschten Hoffnungen. Leidenschaftlich räumen die
beiden auf und können sich schließlich gegenseitig gehen lassen. Erzählt wird die
Liebesgeschichte eines ungewöhnlichen Paares im Zeitalter von AIDS. Ein Spiel voll
tatkräftiger Trauer, unsentimentaler Wärme und funkelnder Ironie.
Das Thema Aids ist
leider viel aktueller als man gewöhnlich annimmt. Die Zahlen der Neuansteckungen
gehen leider nach oben. Die Regierung der Bundesrepublik investiert wieder mehr
in die Informationspolitik über AIDS. Im Jahr 2009 war in verschiedenen Tageszeitungen
davon zu lesen, dass die Jugendlichen in Deutschland weit weniger über die Krankheit
bescheid wissen, als zu den Zeiten, als die Menschen den Ausbruch der Krankheit als
Todesnachricht verstehen mussten. Dank der Medizin sterben die Patienten jetzt deutlich
später an den Folgen der Ansteckung. Die Nebenwirkungen der täglichen Medikamentierung
werden allerdings völlig unterschätzt und sind nicht im Bewusstsein der Jugendlichen
angekommen. Das Gefühl „darüber ja alles zu wissen“ und „das ist doch abgehackt“
ist allgegenwärtig.






